Dem "Quälspaß" liegen keine Steine mehr im Weg

 

Über Schotter, Geröll und Schlaglöcher rumpelte der Mercedes Kombi von Gudula Lermer durch den Wald bei Neureichenau. 
Die Leiterin des Forstbetriebs war auf dem Weg zu einer Ortsbesichtigung. Mit im Auto saß Baptist Resch, der Streckenchef des "Tag des Sports". 
Ihr Ziel: Der sogenannte "Ochsenzug", ein Streckenabschnitt von rund einem Kilometer, den es am 20. Juli für die Läufer und Radler, die sich am 
"Tag des Sports" den Berg hochquälen, überwinden müssen. Das Problem: Der "Ochsenzug" war übersät mit grobem Schotter, die fast faustgroßen Steine
waren spitz und scharfkantig und boten wenig Halt. Die Sturzgefahr, gerade für Mountainbiker, war viel zu groß, der Weg gesperrt. Jetzt wurde rasch Abhilfe geschafft. 

Vor dem Ausflug in den Wald hatten sich Lermer, Resch und der Neureichenauer Bürgermeister Walter Bermann am Mittwoch zu einem kleinen "Krisengespräch" im Haus
des Forstbetriebs Neureichenau verabredet. Denn Resch und Bermann fürchteten um den "Tag des Sports". 
Der ist eine der größten Sportveranstaltungen der Region. Am 20. Jul werden rund 750 Teilnehmer erwartet, die sich von der Ortsmitte Neureichenau vornehmlich 
über Waldwege bis zum Berggasthof Dreisessel kämpfen. Rund 9,5 Kilometer müssen die Läufer und Nordic Walker zurücklegen, die Mountainbiker 12,3 Kilometer. 

Eine Schinderei, die Veranstaltung nennt sich nicht umsonst auch "Quälspaß". Doch Resch und Bermann quälten nun, knapp drei Wochen vor Rennstart, ganz andere Sorgen. 
Nämlich um den Zustand der Waldwege, besonders der des "Ochsenzugs" tief im Wald. 
"Wir haben jetzt echt ein Riesenproblem, weil wir um Teilnehmer fürchten", sagte Resch zu Beginn des Gesprächs in Lermers Büro. Und Bermann ergänzte: 
"Leute könnten abspringen, weil sie nicht üben können". Der "Quälspaß" ist eine große sportliche Herausforderung, entsprechend würden viele Gruppen schon Wochen 
vorher mit dem Training auf der Strecke beginnen. 

Sorgen, die Lermer versteht. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran", versprach sie. Und sie erklärte, warum die Wege zum Teil in schlechtem Zustand sind: 
"Wir haben Unmengen an Sturm- und Käferholz, das aus dem Wald gebracht werden muss. Und die schweren Geräte mit Raupenfahrwerk, die wir dazu brauchen, zerstören die Wege."
Immerhin: Der Grader und die Walze, die aus den Schotterpisten wieder wander- und radtaugliche Wege machen, waren zu dem Zeitpunkt schon im Gebiet rund um den Dreisessel.
Nur: Wann genau der "Ochsenzug" an der Reihe ist, konnte Lermer noch nicht sagen. Sie habe aber durchgegeben, dass der Abschnitt "höchste Priorität" habe, damit dem "Tag des Sports"
nichts im Wege steht. 

Und dann ging es tatsächlich ganz schnell: Am Donnerstag begannen die Arbeiten am "Ochsenzug", und wenig später konnte Resch Vollzug melden: "Die Strecke ist geöffnet und befahrbar.
Das ist natürlich eine Riesenerleichterung, wir sind überglücklich, dass das so schnell geklappt hat."